1524 und 1526 war Ilanz Vorort des Grauen Bundes, als eine neue gesetzliche Grundlage für die Drei Bünde beschlossen wurde. Dieses unter dem Namen "Ilanzer Artikel" in die Geschichte eingegangene Grundgesetz der Drei Bünde bezweckte eine radikale Änderung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat. Das Gesetz von 1524 schrieb zum Beispiel fest, dass sich die Kirche nur mehr auf kirchliche Angelegenheiten zu konzentrieren hatte und dass für Amtshandlungen keine Gebühren verlangt werden durften. Insgesamt sollte die Kirche sich nicht mehr durch Ablässe und Stiftungen bereichern.
1526 wurde eine weitere Reform verabschiedet. Der Klerus durfte fortan nicht mehr in politischen Ämtern tätig sein. Die Kirchenangehörigen sollten sich nirgends in politische Angelegenheiten einmischen. Auch sollten ausschliesslich weltliche Gerichte über die Bürger richten. Unter dem Einfluss der Reformation erfolgte ein politisch radikaler Schritt in Richtung Machtbeschränkung der Kirche und Demokratisierung der Gesellschaft.